Inhalt

Wer lange Texte schreibt, schuldet seinen Leserinnen und Lesern Orientierung. Nicht, weil sie sonst verloren gingen — sondern weil ein guter Text wie ein gutes Haus ist: Man möchte wissen, in welchem Zimmer man steht, und ahnen, welche noch kommen. Dieser Artikel existiert nur, um genau das zu testen. Er behauptet nichts, er beweist nichts, er gliedert nur. Und das mit Hingabe.

Das Inhaltsverzeichnis rechts — falls Sie an einem ausreichend breiten Bildschirm sitzen — sollte jetzt sechs Einträge zeigen und beim Scrollen mitwandern. Der kleine Messingpunkt markiert, wo Sie gerade sind. Auf schmaleren Bildschirmen versteckt sich dasselbe Verzeichnis in einer einklappbaren Zeile über diesem Absatz.

Erstens: Der Anfang

Jeder Text beginnt mit einem ersten Abschnitt, und dieser hier ist keine Ausnahme. Der erste Buchstabe des Artikels sollte als großes Initial erscheinen — drei Zeilen tief, in Navy, mit einem Hauch von Eigensinn in der Serife. Wenn er das nicht tut, ist in den Theme-Einstellungen der Schalter umgelegt.

Damit der Scroll-Spy etwas zu tun hat, braucht jeder Abschnitt ein wenig Substanz. Stellen wir uns also vor, hier stünde ein kluger Gedanke über Anfänge: dass sie selten dort liegen, wo man sie vermutet, und dass die meisten Texte ihren wahren ersten Satz erst im dritten Absatz finden. Streichen Sie großzügig, würde die Schreibratgeberin sagen.

Eine Unterüberschrift zur Probe

Dies ist eine H3 — sie sollte im Inhaltsverzeichnis leicht eingerückt und einen Hauch kleiner erscheinen. Mehr muss sie nicht leisten. Sie darf sich jetzt wieder setzen.

Zweitens: Die Mitte

Die Mitte ist der unterschätzte Teil jedes Textes. Anfänge bekommen die Aufmerksamkeit, Enden bekommen die Pointen — die Mitte bekommt die Arbeit. Hier wird argumentiert, abgewogen, eingeräumt und fortgeführt. Hier zeigt sich auch, ob eine Schrift lange Strecken trägt: Die Garamond sollte sich jetzt anfühlen wie ein bequemer Lesesessel, nicht wie ein Designstatement.

Ein Zitat gehört in jeden Testartikel — schon damit man sieht, ob die Messinglinie am linken Rand sitzt und die Kursive trägt. Dieses hier sagt nichts Bedeutendes, aber es sagt es mit Haltung.

Nach einem Zitat braucht der Text einen Moment, um wieder Fahrt aufzunehmen. Dieser Absatz ist dieser Moment. Er existiert, damit der Abstand zwischen Blockzitat und Fließtext begutachtet werden kann, und er tut das mit der stillen Würde eines Platzhalters, der seinen Zweck kennt.

Noch eine Unterüberschrift

Auch verschachtelte Strukturen wollen getestet sein. Wenn diese H3 im Verzeichnis korrekt unter „Zweitens" hängt, funktioniert die Hierarchie. Eine Liste gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm:

  • Erstens prüfen, ob Listenpunkte ordentlich eingerückt sind
  • Zweitens prüfen, ob der Zeilenabstand zur Garamond passt
  • Drittens nichts weiter prüfen, drei Punkte genügen

Drittens: Ein Einwand

Kein Text ohne Einwand. Man könnte nämlich fragen: Braucht ein kurzer Essay überhaupt ein Inhaltsverzeichnis? Vermutlich nicht — und genau deshalb erscheint das Verzeichnis erst ab drei Überschriften. Ein Artikel mit zwei Abschnitten bleibt ungestört. Dieser hier hat sechs und trägt sie mit Stolz.

Hier außerdem ein Satz mit einer Betonung in Halbfett und einer Betonung in Kursive, damit beide Schnitte der Garamond einmal aufgetreten sind. Die Kursive sollte die elegantere der beiden sein — das ist bei Garamond keine Meinung, sondern Charakter.

Viertens: Das Ende

Texte enden am besten kurz bevor man es erwartet. Dieser hier endet jetzt. Wenn Sie bis hierhin gescrollt haben, sollte der Messingpunkt im Verzeichnis brav bei „Viertens" angekommen sein — und beim Klick auf „Erstens" sanft wieder nach oben gleiten. Mehr wollte dieser Artikel nie.